08. Kapitel - Die Offenbarung


So wurde entschieden - B: Er wird in einem anderen Raum an ein Metallgerüst gefesselt wach.

Schweißgebadet wurde sie wach. Nasse Haarsträhnen klebten Carolin an der Stirn und ihr Herz raste. Hastig knipste sie die kleine Lampe auf dem Nachttisch an und der Lichtschein tauchte das Schlafzimmer in eine fast unheimliche Stimmung. Noch nie zuvor war ihr das aufgefallen. Sie sah auf die andere Bettseite und dachte an Sarah. Sollte sie sich bei ihr entschuldigen und ihr weiterhin die große Liebe vorspielen, oder sollte sie sich ihren Dämonen stellen und mit Nick Klartext reden. Einerseits um herauszufinden, wie er über den gemeinsamen Abend dachte und andererseits dahinter zu kommen, was sie selbst überhaupt wollte. Fühlte sie sich noch immer zu ihm hingezogen weil sie ihn tatsächlich liebte oder nur weil sie mit ihm geschlafen hatte. Carolin stand auf und holte sich ein Glas Wasser aus der Küche. Danach legte sie sich wieder ins Bett und las in einem der Bücher weiter. Laut seiner Mutter war es die Lebensgeschichte seines ehemals besten Freundes.

Markus wusste genau, dass er seine Frau betrog und damit verletzte und trotzdem konnte er nicht anders. Er genoss die starken Hände des Stricherjungen auf seinem nackten Hintern während er vor ihm kniete. Nur ein Mensch weiß von seiner geheimen Begierde, der er bereits jede Woche nachgab. Nur seinem besten Freund hatte er sich anvertraut. Anfangs war es so, dass er eigentlich gar nichts davon hören wollte, doch irgendwann dürfte ihn ebenfalls die Neugierde übermannt haben, da er plötzlich immer genauer nachfragte. Er wollte jedes Detail davon wissen, wie zwei Männer miteinander Sex hatten. Markus lehnte seinen Kopf zurück, schloss seine Augen und dachte an Jonas. Vielleicht konnte er ihn dazu bringen, es mit ihm zu probieren. Vielleicht ist Jonas ebenfalls in ihn verliebt, so wie er in ihn. Markus vergaß alles um sich herum und während er kam, stöhnte er laut Jonas Namen.

Carolin konnte es nicht glauben. Wie musste sich dieser Markus gefühlt haben, als er dieses Buch in seinen Händen hielt und seine ganz persönliche Geschichte vor Augen hatte. Sie konnte verstehen, wenn er Mordgedanken gegen Jon F. May hegte. Plötzlich musste sie wieder an den Traum denken, der sie so unsanft aus dem Schlaf gerissen hatte. Dieser Traum fühlte sich so wirklich an. Auch sie wünschte sich seinen Tod. Seit dieser Nacht verging kein Tag, an dem sie ihn aus Rache körperlich verletzte. Doch im wahren Leben sah das ganz anders aus und sie verurteilte sich selbst für ihre Gedanken. Sie war viel zu klein und zu schwach, um sich gegen diesen großen Mann zu wehren. Also wie konnte sie nur ansatzweise glauben, gegen ihn körperlich vorgehen zu können. Sie war so oder so einfach viel zu feige und trotzdem schlummerte in ihr der unstillbare Wunsch nach Rache. Carolin schüttelte den Kopf um die Dämonen zu vertreiben, doch es half leider nichts. Immer wieder kam die Erinnerung in ihr hoch, als Jon F. May, damals noch ein unbekannter Autor ihr Leben zerstörte. Sie hatten sich auf einer Party kennengelernt, die in seinem damaligen Elternhaus veranstaltet wurde. Seine Eltern waren nie viel zuhause und deswegen konnte er immer tun was er wollte und wann er es wollte. Anfangs hatte Carolin ihn sehr sympathisch und nett gefunden und war daran interessiert, Jonas näher kennen zu lernen. Er war einige Jahre älter als sie und sie wollte ein bisschen an seinem Reichtum teilhaben.

Sie konnte ihn leicht um den Finger wickeln und ließ ihn lange zappeln. Leider war dies zu lange für ihn. Bei der letzten Party an der sie teilgenommen hatte bat er sie, einige Flaschen Wein aus dem Keller zu holen. Sie machte sich gleich darauf auf den Weg und bemerkte erst später, dass er ihr gefolgt war. Er versuchte sein Glück bei ihr und sie wollte ihn immer noch nicht ran lassen. Und genau das war ihr Fehler. Jonas hatte schon zu viel getrunken und war sehr uneinsichtig gewesen. Als Carolin bemerkte, dass er außer Kontrolle geriet, versuchte sie aus dem Keller zu fliehen. Doch er schnitt ihr den Weg zu der Treppe ab und drückte sie gegen die Wand. Er riss ihr die Bluse auf und schob seine Hand unter ihren Rock. Sie schrie um Hilfe und musste voller Angst feststellen, dass ihre Schreie niemand hören würde. Alle Gäste waren bereits betrunken und die Musik dröhnte zu laut aus dem Wohnzimmer die Treppe hinab. Carolin wehrte sich heftig, schaffte es schlussendlich, Jonas von sich wegzustoßen. Der junge Mann kam ins Taumeln, fiel hin und stieß sich den Kopf hart an der untersten Stufe. Sie lief auf die Hintertür, die geradewegs in den hinteren Garten führte zu und drückte die Türklinke hinab, doch die Tür öffnete sich nicht. Es war abgeschlossen. »Süße. Wo versteckst du dich?« Carolin presste sich im Schutz der Dunkelheit mit den Rücken an die Wand, während seine schweren Schritte immer näher kamen. 

Das Blut rauschte so laut in den Ohren, dass sie nicht mehr genau hören konnte, was er ihr in der Dunkelheit zurief. Wieder erlaubte es sich Carolin nicht, an den weiteren Verlauf jener Nacht zu denken. Sie versuchte sich abzulenken, indem sie weiter in dem Buch las. Als sie die letzten Zeilen gelesen hatte kroch langsam eine fast unbändige Wut in ihr hoch. »Dieses Schwein!« Sie schrie und schlug mit der Faust auf das Kissen ein. Und in diesem Moment entschloss sie sich dazu, das Angebot von Frau Mayer ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Jahrelang quälte sie sich selbst und nun hatte sie die Gelegenheit auf Rache. Ihr offenbarte sich die Lösung all ihrer Probleme. 

Unsagbare Schmerzen durchfluteten Jonas Körper und seine Beine zitterten vor Schmerzen. Er fühlte sich benebelt, so als ob ihn jemand unter Drogen gesetzt hatte. »Verdammte Scheiße«, fluchte er laut vor sich hin. »Dieser Arsch ist völlig ausgeflippt.« Jonas wurde erst nach einigen Minuten klar, wo er sich befand. Er erkannte den Keller seines Elternhauses wieder. Nichts hatte sich hier verändert. Die alten, ausrangierten Möbel standen noch immer an der selben Stelle, eine Staubschicht hatte es sich auf dem Mobiliar bereits gemütlich gemacht. Einige Flaschen Wein befanden sich noch immer in dem großen Regal. Doch eines war neu in diesem Raum. Das Metallgestell, an dem er halb stehend, halb hängend, gefesselt war. Die Wirkung der Drogen hielt nach wie vor an, denn er bemerkte nicht, dass er nackt war. Seine von Markus zertrümmerte Hand fühlte er kaum noch. Vermutlich waren seine Hände schon länger über seinem Kopf gefesselt und das Blut hatte bereits seine Gliedmaßen verlassen.

»Guten Morgen, Schatz. Gut geschlafen?« Jonas erschrak, als er die Stimme im Hintergrund vernahm. Er versuchte seinen Kopf zu heben, doch die Wirkung der Droge war noch immer zu stark, oder sein Körper bereits einfach zu schwach. »Du musst dich nicht so anstrengen. Entspanne dich.« Markus trat vor ihn und strich kurz über seine Wange. »Es tut mir wirklich leid, dass ich dir das antun muss, doch Strafe muss einfach sein.« Jonas sah ihn fragend an. »Was meinst du damit?« Doch Markus schüttelte seinen Kopf und seufzte. »Du hast mich für meine Liebe zu Männern ausgelacht und gedemütigt. Du hast meine Familie gegen mich aufgebracht und dafür gesorgt, dass ich meinen Job verliere. Und du hast es geschafft, dass ich mich dafür schäme, schwul zu sein. Aber trotzdem möchte ich dir helfen.« »Was hast du vor?« Jonas Herz schlug schneller. »Was hast du irres Schwein mit mir vor?« Er versuchte sich aus den Fesseln zu befreien, doch umso mehr er sich bewegte, umso stärker schnitten sie sich in sein Fleisch. Markus fegte Staub von einem alten Stuhl und setzte sich. Minutenlang saß er da und starrte Jonas voller Hass an. Die Stille wurde für den Autor unerträglich. »Komm schon. Lass mich gehen.« Doch Markus lächelte nur. Kurze Zeit später betraten zwei Männer den Raum. Sie trugen nichts außer eine schwarze Latexmaske. Jonas sah zuerst die Männer, danach wieder Markus an. Dieser stand auf und trat ganz nah an sein Opfer heran.

»Ich werde dir helfen, mein lieber Freund. Meine beiden Jungs werden dafür sorgen, dass du nicht als Jungfrau ins Gefängnis wanderst und die Drogen helfen dir anfangs, dich dabei zu entspannen.« Nachdem er ihm die Worte ins Ohr geflüstert hatte setzte er sich wieder hin und gab den beiden Männern das Zeichen, dass sie beginnen konnten. In diesem Moment offenbarte sich für Jonas das gesamte Grauen und während der ersten Vergewaltigung fiel er in Ohnmacht. Die nächsten Stunden verbrachten die beiden damit, Jonas immer wieder aufzuwecken und aufs neue zu missbrauchen. Markus sah dabei zu und lächelte zufrieden, bis plötzlich jemand den Raum betrat.


Wie soll es weiter gehen?

A: Es handelt sich um Jonas Schwester.
B: Seine Mutter betritt den Raum.

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Das Formular ist bis 30.09.2018 um 20:00 Uhr geöffnet.





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